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Apartes aus Frankreich, HNA 30.12.08
Das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns in der Kreuzkirche
Von Georg Pepl
KASSEL. Eine erfolgreiche Kooperation besteht zwischen der Kammeroper Kassel und der Kreuzkirche. Der Bühnensaal der Gemeinde bildet die Spielstätte für Musiktheaterproduktionen, darüber hinaus erarbeitet man gemeinsame kirchenmusikalische Programme. Beim ersten Sonntagsgottesdienst nach Weihnachten, bei dem Pfarrerin Cornelia Risch die Liturgie und Predigt gestaltete, erklang ein apartes Werk aus Frankreich in der voll besetzten Kreuzkirche: das "Oratorio de Noël" von Camille Saint-Saëns.
1858 wurde dieses sehr französische Weihnachtsoratorium uraufgeführt. Es bezaubert mit Eleganz, Noblesse und unvergrübelter Klarheit, versprüht hin und wieder ein duftendes Klangparfüm mit rauschenden Harfentönen und gehaltenen Orgelakkorden und wäre vor 150 Jahren einem protestantischen Kantor in manchen Passagen sicher unzulässig opernhaft vorgekommen: Rhythmisch pointiert und spritzig kommt die Begleitung im Benedictus-Duo daher.
Ein großes Lob verdienen sich die Kantorei der Kreuzkirche und ihr Leiter Jochen Faulhammer: Schön etwa, wie da die Heiden in einem aufgeregten Chorsatz toben durften. Auch den Fluss der Musik und die Übergänge hatte der Dirigent souverän im Griff. Mit dem Chor musizierten die zuverlässige Organistin Erdmuthe Binder, die über einen Spiegel Faulhammers Dirigat verfolgte, fünf Streicher, darunter Rüdiger Spuck als erster Geiger, und die Harfenistin Martina Fleischer.
Von der Kammeroper kamen die Gesangssolisten Sylvia Cordes (Sopran), Martina Himmelmann (Mezzosopran), Dorothee Driefholt (Alt), Georg Krapp (Tenor) und Nikolaus Kahlen (Bass). Manches hätte noch ein wenig freier klingen können, besonders in der Alt-Partie. Angenehm der Bass, ein schönes Potenzial ließ der junge lyrische Tenor erkennen und ein besonderes Engagement die Sopranistin.
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