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All that Jazz
HNA vom 31. Januar 2010
Kammeroper im Gemeindesaal der Kreuzkirche
Kassel. Etwas eigentümlich muss Sylvia Cordes’ (Gesang) und Andreas M. Wagners (Piano) Interpretation des Jazzstandards „Love for Sale“ für all jene Konzertbesucher gewirkt haben, die zuvor nur die schnellen Interpretationen von Aretha Franklin oder Miles Davis kannten. Bemerkenswert, dass Cole Porter dieses Lied in jenem langsamen Tempo konzipierte. Seinerzeit hatte es hauptsächlich aufgrund seines als obszön empfundenen Textes Aufsehen erregt. Gerade bei schnelleren Instrumentalversionen geht dabei häufig der eigentlich ernste Hintergrund verloren.
Zart und nuanciert: Sylvia Cordes im Gemeindesaal der Kreuzkirche. Foto: Malmus
Sylvia Cordes, Andreas M. Wagner und Wolff von Rechenberg (Lesung) richteten bei ihrem Konzert im gut besuchten Gemeindesaal der Kreuzkirche ihren Fokus auch auf die ernsteren Hintergründe des Jazz. Unter dem Motto „All that Jazz“ setzte sich das Trio das ehrgeizige Ziel, die Entwicklung des Jazz von seinen Anfängen bis zur Gegenwart nachzuzeichnen.
Hervorragend, wie der Journalist von Rechenberg
zu den Standards immer die passenden Worte fand. Diese reichten vom
Namensgeber des Abends „All that Jazz“ bis zum französischen Chanson
„Les Feuilles Mortes“ („Autumn Leaves“). So verknüpfte er den von
Cordes wunderschön dargebotenen Titel mit einem unterhaltsamen
Hemingway-
Cordes, die beim Titel „I’ve got Rhythm“ eine Zuschauerin zum Tanzen auf die Bühne holte, interpretierte die meisten Titel musikalisch zart und nuanciert. Wagner glänzte mit mehreren virtuosen Soli am Klavier.
Von Sebastian Krämer
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