Die Kammeroper Kassel zeigt "La Serva Padrona"
Von Johannes Mundry
KASSEL "Blöde Schnalle, dumme Ziege": Zimperlich ist er nicht, dieser Uberto, doch was hilft's. Am Ende muss er die Dienerin Serpina doch heiraten. Das muntere Weibchen hält nun einmal die Fäden in der Hand.
Fast 300 Jahre alt ist Giovanni Battista Pergolesis unverwüstliche kleine Oper "La serva padrona". Sechzig Minuten bezaubernde Musik und die Möglichkeit, mit geringen Mitteln ein kleines Opernglück zu schaffen, das macht sie noch heute attraktiv.
Auch für die Kammeroper Kassel, diese freie Initiative, deren dritte Produktion am Freitag im halb gefüllten Saal der Kreuzkirche Premiere hatte. Zwei Sänger, eine stumme Rolle, vier Musiker (Rüdiger Spuck und Hanna Witzmann, Geige, Hildrun-Luise Jauch, Bratsche, und Ralf Schwarz-Aschenbrenner, Cembalo), einen Regisseur (Tobias Krechel) und einen Beleuchter: Mehr braucht es nicht.
Das Stück in die Gegenwart zu holen, ist nicht schwer: Uberto (Jochen Faulhammer) ist hier ein Schlagerbarde mit wallendem Haar, Serpina (Sylvia Cordes), ist der One-Night-Stand, der blieb und das Regiment im Hause übernahm, Steve Kuberczyk-Stein schließlich der stumme Diener Vespone, dessen Grimassenspiel einen Soloabend verdient hätte.
In die modernisierten Rezitative und Sprechpartien sind die italienischen Arien unverändert integriert. Beiläufig singen kann man sie freilich nicht. Die anfängliche Anspannung löste sich, als Jochen Faulhammer sich traute, seinen raumfüllenden Bass poltern zu lassen. Sylvia Cordes hatte ihre gelungensten Momente als die süße Unschuld mimende Serpina.
Auch das kleine Ensemble kam gut durch den vergnüglichen Abend. Viel Beifall für das verschworene Team.
Weitere Termine: 29. und 30.8., jeweils 19.30 Uhr, www.kammeroper-kassel.de