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Donquixoterien
HNA vom 30. Januar 2012
Kassel. Man nehme Musik aus Opern von Telemann und de Falla, Chorstücke aus der spanischen und französischen Renaissance, zwei Sängerinnen, einen Sänger, zwei Gitarristen, einen kleinen Chor, einen nordhessischen Mundartkabarettisten, dazu Tapas und Rotwein - fertig ist der unterhaltsame Abend.
Unter dem Titel „Donquixoterien“ hatte die Kammeroper Kassel in den Gemeindesaal der Kreuzkirche eingeladen. Die Premiere am Samstag war ausverkauft.
Sorgten für Heiterkeit: Die Sängerinnen Sylvia Cordes (links) und Dorothee Driefholt. Foto: Grigat/nh
Don Quijote, der unsterbliche Ritter von der traurigen Gestalt, stand im Mittelpunkt des Programms. Aus der nur selten gespielten Oper „Don Quichotte auf der Hochzeit des Comacho“ von Georg Philipp Telemann sangen Nikolaus Kahlen, Sylvia Cordes und Dorothee Driefholt sowie der Chor einige Nummern, die wegen des gestelzten deutschen Textes Heiterkeit erzeugten.
Das Ganze wurde in einer spanischen Kneipe von heute angesiedelt, in die Karl Garff als Kasseläner Eventmanager hereinschneite, der Wirtin ein Programm aufdrängte und mit einem Puppenspiel für viel „Ägdschen“ sorgte. Die fantasievollen Puppen von Werner Demme waren ein Blickfang. Mit ihnen wurde das Spiel von Kaiser Karls Tochter Melisendra gespielt, die von ihrem Gatten Gaiferos aus den Händen des Maurenkönigs Marsilio befreit wurde.
Wie so oft erkennt Don Quijote in dieser Episode aus dem Roman von Miguel de Cervantes die Trennlinie von Wirklichkeit und Spiel nicht und zerschlägt dem Puppenspieler Pedro sein Hab und Gut. Die Musik dazu stammt von Manuel de Falla.
Nach einer knappen Stunde wurden Tapas und roter Wein gereicht, und die 100 zufriedenen Zuschauer glaubten schon, das Ende sei gekommen. Doch es folgten noch weitere musikalische Nummern von Pauline Viardot García und Telemann.
Ede Müller hat die Teile zu einem hübschen Gesamtkunstwerk inszeniert. Den größten musikalischen Anteil hatten die beiden guten Gitarristen Klaus Macpolowski und Benjamin Wilms, die das ganze Orchester zu ersetzen hatten.
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